Die Wirtschaftlichkeit in der Milchproduktion bestimmt sich maßgeblich durch eine hohe Grundfutterleistung. Eine einwandfreie Silage mit bestem Futterwert lohnt sich! Was gibt es für den ersten und zweiten Schnitt zu beachten? Hier ein paar hilfreiche Tipps und Tricks!

Schritt für Schritt

Aller Anfang einer guten Grassilage beginnt bereits im Frühjahr bei der Grünlandpflege. Ziel ist hier, eine gute Grasnarbe zu bekommen bzw. zu pflegen. Denn nur mit einer optimalen Grasnarbe vermeide ich, dass Sand und Schmutz mit in den Silostock gelangen. Über den Schmutzanteil gelangen Schadbakterien ins Silo, welche den Gärverlauf und die Futterqualität massiv verschlechtern. Eine ordnungsgemäße Grünlandpflege ist also sehr wichtig. Erster Schritt ist das Abschleppen bzw. das Striegeln. Hiermit wird erreicht:

  • Einebnen von Maulwurfshaufen
  • Belüften der Grünlandnarbe
  • Anregung der Bestockung
  • Reduzierung minderwertiger Gräser
  • Beseitigung von Gülleresten

Als zweiter Schritt empfiehlt sich das Walzen. Die Vorteile sind:

  • Verfestigen von aufgefrorenem Boden
  • Beseitigen von Trittschäden
  • Beseitigen von Spurschäden
JOSERA Rinder im STall fressend

Bestandlücken beseitigen

Treten im Bestand vermehrt Lücken auf, sind diese umgehend zu beseitigen. Der Grund ist, dass sich ansonsten an diesen Stellen unerwünschte, minderwertige Gras- oder sogar Unkrautsorten ausbreiten könnten. Weiterhin kratzen die Erntemaschinen sehr leicht an diesen Stellen Sand und Schmutz hoch, welche sich im Futterstock wiederfinden werden.

Prophylaktische Maßnahmen, wie das Übersäen, können diese Lücken schließen. Diese Übersaaten, in der Regel ca. 5 kg / ha, werden in der Praxis oftmals mit Spezialgeräten in jedem Frühjahr durchgeführt. Bei stärkeren Schäden sollte eine Reparatursaat erfolgen. Diese unterscheidet sich gegenüber der Übersaat nur von der Ausbringmenge, oftmals mit 15 kg / ha. Aufgrund der Wachstumskonkurrenz des „Altgrases“, ist eine Nachsaat immer im Herbst zu empfehlen. Wenn, aus welchen Gründen auch immer, eine Nachsaat im Frühjahr erfolgt, sollte man hiermit sehr früh beginnen, falls die Flächen befahrbar sind.

Erfahren Sie, wie Berufskollegen mit der Situation im Jahr 2018/2019 umgehen:

-> Sehen Sie sich hier mehr Videos zu dem Thema an!

Den richtigen Schnittzeitpunkt wählen

Wichtig ist natürlich auch die Auswahl des richtigen Schnittzeitpunktes. Obligatorisch ist die sogenannte „Bierflaschenhöhe“. Hat der Bestand diese Höhe erreicht, muss natürlich auch das Wetter mitspielen. Um ausreichend Zucker in der Pflanze zu erhalten, ist Sonne unerlässlich. Wichtig ist noch, vor dem Ähren-/Rispenschieben zu mähen. Es gibt Grassorten, die von der zeitlichen Begrenzung dieses Schiebens eine höhere Toleranzgrenze haben, was heißen soll, dass diese Sorten später ins Ährenschieben kommen und somit eine längere Schlechtwetterphase keinen Grund zur Beunruhigung ist.

Pflanzenbauliche Maßnahmen zur Herstellung einer hochwetigen Grassilage?

Schon bei der Bearbeitung des Grünlands wird der Grundstein für eine hochwertige Silage gelegt.
Weidelgrasreiche Bestände zeichnen sich durch eine hohe Nutzungsintensität und einen hohen Zuckergehalt aus. Mit der richtigen Grünlandpflege bleibt der Bestand dicht und kräftig:

  • Düngen
  • Schleppen
  • Nachsäen (wenn erforderlich)
  • Walzen
JOSILAC Erdhügen auf der Wiese

Bei Klaus Fischerkeller sind vorwiegend Keuperböden zu finden, wie er sich auf den ersten Schnitt vorbereitet können Sie hier sehen:

Markus Sauter muss auch dieses Jahr definitiv Bestandslücken schließen, schauen Sie sich hier das Video dazu an!

Johannes Tröndle hat bisher immer im Frühjar nach gesät. In seine Entscheidungen für die Nachsaat bezieht er meist auch Empfehlungen mit ein. Schauen Sie sich mehr dazu an!

Welche Faktoren gilt es beim Ernten und Silieren zu beachten?

Die richtige Technik einsetzen

Die richtige Technik gibt es im Grunde genommen gar nicht. Sondern es gibt nur die richtige Maschineneinstellung. Wichtig ist, dass die Erntemaschinen nicht zu aggressiv arbeiten. Die richtige Schnitthöhe ist einzuhalten, im Idealfall 7 cm. Beim Gras wenden und schwaden sollten die Maschinen natürlich nicht durch das Erdreich harken. Verschmutzungen des Erntegutes vermindern, wie bereits erwähnt, den Silierprozess.

JOSILAC SCheibenmähwerk

Markus Sauter hat sich für eine Mähwerkskombination entschieden, sehen Sie hier weshalb!

Johannes ist mit seiner Presswickelkombination eigenmechanisiert und nutzt ein Dosiergerät von JOSILAC. Sehen Sie hier mehr dazu!

Der Walzschlepper bestimmt das Tempo

Durch die enorme Weiterentwicklung der Erntemaschinen sind sehr hohe Hektarleistungen in der heutigen Zeit möglich. Die hohe Ernteleistung führt leider dazu, dass man oftmals den Futterstock zu rasch befüllt und somit Sauerstoff mit einschließt, welcher sich nachteilig auf den Silierprozess auswirkt. Daher sollten folgende Punkte als „Regeln des Verdichtens“ gelten:

  • Walzschlepper bestimmt Befülltempo
  • Schichten von max. 30 cm
  • Befüllen von unten nach oben (kein Abladen und zusammenschieben)
  • Vom Rand in die Mitte fallend
  • Hohes Walzgewicht auf kleiner Auflagefläche
  • Silobreite min. doppelte Schlepperbreite
  • Mehrmalige Überfahrt
  • Reifendruck des Walzschleppers beachten (Straßendruck = Silodruck)
  • Walzgewicht sollte 1/3 – 1/4 der stündlichen Ernteleistung darstellen

Wer hier ein wenig mehr Zeit und Fleiß investiert, hat im Anschluss bei der Verfütterung des Silos weniger Ärger und Verluste!

JOSILAC Walze beim verdichten

Das richtige Abdecken

Beim Abdecken des Silos ist darauf zu achten, dass es zeitnah nach Beendigung des Befüllens des Futterstock erledigt wird. Denn nur so kann schnellstmöglich ein sauerstoffarmes Milieu für den Gärprozess geschaffen werden. Wartet man zulange, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich durch die Verzögerung des Sauerstoffabschluss einen höheren Gehalt an schädlichen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze im Silo bilden und die Verluste gravierend sind.

Auf folgendes ist beim Abdecken zu achten:

Standardfolien gibt es von 120 – 200 µm
Multisilofolien mit 500 µm
DLG geprüft
Unterziehfolie verwenden (Saugfolie passt sich eng dem Silostock an, weniger Sauerstoffzufuhr beim Abdecken und bei Entnahme)
bei Fahrsilos Randfolie verwenden
zum Schutz der eigentlichen Folie Silonetze verwenden

JOSILAC Siloabdeckung von oben

Genug Vorschub schützt vor Nacherwärmung

Ein ausreichender Vorschub ist ausschlaggebend zur Verringerung der Nacherwärmung. Hier lassen sich folgende Punkte als Richtlinie darstellen:

  • Silolänge, -höhe und –breite der Tierzahl anpassen
  • Schmale Anschnittfläche (!aber doppelte Schlepperbreite!)
  • Nicht zu viel im Voraus abdecken
  • Schneller Vorschub (>1,5 m / Woche im Winter; >2,5 m im Sommer)
  • Rationszusammensetzung
  • Ggf. Kühe und Rinder aus einem Silo füttern

Desweitern können Siliermittel die Qualität der Silage verbessern und gegen Nacherwärmung wirken.
Fragen Sie diesbezüglich Ihren JOSERA Fachberater!

Dabei nicht vergessen!

• zeitig mähen
• passendes Siliermittel auswählen
• Silo gleichmäßig einfahren!

Lassen Sie das Futter nicht zu alt werden. Die Verzögerung beim ersten
Schnitt rächt sich im weiteren Jahresverlauf.

Bei beständiger Witterung und guter Befahrbarkeit der Flächen sollte möglichst frühzeitig gemäht und geerntet werden. Dabei ist eine Ein-Tages-Silage anzustreben. Der Grünlandbestand hat vor allem zum ersten Schnitt ein enormes Wachstumsvermögen. Eine länger anhaltende Regenperiode kann bereits zu überständigem Material führen. Die Folge sind zu hohe Rohfasergehalte, auf Kosten von Protein- und Energiegehalt.

Klaus Fischerkeller hat 2 Meter Vorschub in seinem Silo und die Trockenmasseaufnahme liegt bei seinen Tieren durchschnittlich bei 24 Kg pro Tag. Sehen Sie hier mehr darüber:

Was sind Kennzeichen einer hochwertigen Silage?

optimaler Silierverlauf (schnelle Absenkung des pH-Wertes –> TS abhängig 4-5)
TS: 35%
Rohprotein: 16-18%
Rohasche: <10%
Rohfaser: 220-260g
NEL: >6,3MJ
NH3-N: 8%
Möglichst viel Milchsäure
Buttersäure: <0,3%
Essigsäure: <3%
JOSILAC Mitarbeiter, Silage Test

Wobei helfen Siliermittel?

Nur wer optimales Siliergut zusammenfährt, kann sicher sein, eine qualitativ hohe Silage an seine Tiere verfüttern zu können.
Die Qualität von Silagen hängt ab vom Reifegrad des Siliergutes, der Witterung sowie dem Trockensubstanz- und Zuckergehalt. Darüber hinaus sind die Pufferkapazität, der Nitratgehalt sowie der Keimbesatz wichtige Einflussfaktoren

Einige dieser Faktoren haben Sie als Landwirt/-in selbst in der Hand und Sie können mit dem richtigen Silagemanagement (Schnittzeitpunkt, Schnitthöhe, Anwelk- und Feldliegezeit, Verdichtung und Abdeckung) selbst auf die Silagequalität Einfluss nehmen.
Andere, wertbestimmende Parameter – wie der Gärverlauf und die Inhaltstoffe der Silage, aber auch die aerobe Stabilität – lassen sich hauptsächlich über den Einsatz von Siliermittel steuern.
-> Lesen Sie hier mehr über den Einsatz von Siliermittel

Klaus Fischerkeller setzt bei jedem Schnitt Siliermittel ein. Sehen Sie sich hier das Video dazu an!

Johannes Tröndle verwendet Siliermittel, um die Grundfutterqualität zu verbessern:

Markus Sauter nutzt Siliermittel, um mehr Energie in seinem Grundfutter sicher zu stellen.

Welche Siliermittel eignen sich für einen optimalen Einsatz?

Der strategische Einsatz von Josilac Siliermittel mit TURBO Effect bietet sich bei niedrigerem TS-Gehalt an. Der Gärverlauf wird zuverlässig gelenkt und die Proteinqualität bleibt erhalten. Dabei empfehlen wir Josilac classic und Josilac grass.

Zum Schutz vor Nacherwärmung insbesondere bei der Ernte von zuckerreichen Gräsern sollte Josilac mit SYMBIOSIS Effect verwendet werden. Dieser sorgt für eine gute Ansäuerung und hohe aerobe Stabilität. Die Silage bleibt kühl und frisch. Dabei empfehlen wir Josilac combi.

Neben der verbesserten Fermentation ist die Stabilität der Silage ein sehr wichtiger Faktor. Hier bietet JOSERA mit dem SAFETY-Effect in Josilac ferm und Josilac extra mehr Schutz vor Nacherwärmung und Schimmelbildung.

Das Einfahren und Verteilen des Siliergutes im Silo sollte gleichmäßig in dünnen Schichten erfolgen. Das Walzgewicht wird an der Bergeleistung ausgerichtet.

Hier gilt die Regel: Walzgewicht in t = 1/3 der stündlichen Bergeleistung in t

Unmittelbar nach dem Einbringen und Verdichten des Siliergutes muss noch auf eine schnelle und gründliche Unterbindung der Luftzufuhr durch eine korrekte Abdeckung geachtet werden. Hier bietet sich der Einsatz einer Unterziehfolie in Verbindung mit einer Silofolie mit hoher UV-Beständigkeit und geringer Luftdurchlässigkeit an.
Nach den ersten Gärtagen muss die korrekte Anbringung der Folie überprüft werden, da evtl. durch die Bildung einer Gärgashaube die Folie etwas verrutscht.
Nach der Silierung kann die gut durchgegorene Silage zur Fütterung entnommen werden. Hier ist auf geeignete Technik und deren richtige Anwendung Wert zu legen.

Der Silostock darf nicht aufgelockert werden, da die Luft ansonsten in tiefere Schichten eindringen kann. Im Winter empfiehlt es sich mindestens 1,5 m pro Woche, im Sommer sogar mindestens 2,5 m zu entnehmen.

JOSILAC Einsatzbereiche

Fazit

Gutes Siliermanagement ist die Grundvoraussetzung für eine einwandfreie Silage bester Qualität. Es beginnt mit der Grünlandpflege sowie der sauberen Bergung des Silierguts, geht einher mit dem Einsatz eines passenden Siliermittels, setzt sich fort mit einer einwandfreien, luftdichten Lagerung und wird abgeschlossen durch die korrekte Entnahmetechnik.


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